Auf in ein neues Jahrzehnt

Im Jahr 2010 startete ich mit einem Krankenhausaufenthalt, bei dem der Shunt, der meinen Kopf kontinuierlich vom übermäßigen Druck des Gehirnwassers entlastet, erneuert werden musste. Gleichzeitig bekam ich kurze Zeit später die Zusage für ein Promotionsstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung. Gemeinsam mit meinem Doktorvater Bertram Schefold in Frankfurt am Main, der KAS, einer ehemaligen Kommilitonin aus Heide, die fortan meine Assistentin sein sollte und vielen, vielen Büchern konnte es also losgehen. Ich vergrub mich nahezu in Papierbergen, Seminarteilnahmen, wertvollen Kontakten am Wilhelm-Röpke-Institut in Erfurt und wirtschaftswissenschaftlichen Theorien, die mir nach Abschluss der Promotion ein hoffentlich besseres Berufsleben ermöglichen sollten als zuvor. Zwei Studienabschlüsse hatte ich schon in der Tasche, kam wohl maßgeblich wegen meiner Behinderung nicht über einen Call-Center-Job und einer halben wissenschaftlichen Stelle an der FH Kiel hinaus. Allerdings vereinsamte ich schnell während der Niederschrift meiner Doktorarbeit, weshalb ich mich verzweifelt auf die Suche nach einer Partnerin machte. Auch dieses gestaltete sich, wahrscheinlich ebenfalls wegen meines Handicaps, als sehr schwer. Aber es änderte sich im Jahr 2012/13, als ich mit Hilfe meiner Assistentin in einer Partnerbörse im Internet eine Frau aus Flensburg kennenlernte. Im Jahr 2019 heirateten wir nach Wochenendbeziehung und dreijährigem Zusammenleben in Heide.

Hochzeit - Andrea Henkel und Carsten Dethlefs, Foto: Kai Westensee

Hochzeit – Andrea Henkel und Carsten Dethlefs, Foto: Kai Westensee

 

Die Arbeitssuche gestaltete sich trotz Promotion, die ich 2013 abschloss, jedoch weiterhin schwierig. Nach einem wahrscheinlich nicht sonderlich ernst gemeintem 2-jährigem Engagement bei einer politischen Stiftung sowie einem dreimonatigen Arbeitsverhältnis in der Hamburger Sozialbehörde ergriff ich selbst die Initiative und gründete meine Beratungsfirma Dr. Dethlefs Consulting. Es machte mir nicht nur mehr Spaß, mein eigener Chef zu sein! Es war und ist zeitweilig auch lukrativer!

Auch der Einzug in die Heider Ratsversammlung war für mich eine große Freude. Endlich kann ich etwas Positives für meine schöne Geburtsstadt bewirken.

Das Jahr 2019 beinhaltete – wie gesagt – meine wunderbare Hochzeit mit einer wunderbaren Frau. Gleichzeitig musste ich aber auch von langjährigen Wegbegleitern für immer Abschied nehmen. Zudem war das Jahr mit einem erneuten Krankennhausaufenthalt verbunden. Alles in allem habe ich seit 2010 aber gelernt, dass es immer vorangeht, so schlecht die Situation sich auch manchmal darstellen mag! Die 10 Jahre seit dem letzten Wechsel der Dekade haben mich weit vorangebracht! All das ging nicht ohne größte Anstrengungen und einige Niederlagen. Aber es ging! Diesen Optimismus nehme ich auch mit in die 2020er Jahre!

Vorab wünsche ich aber allen Leserinnen und Lesern meines Blogs besinnliche und frohe Weihnachten. Ich wünsche Ihnen, dass es auch für Sie immer weiter vorangeht!

Ihr Dr. Carsten Dethlefs

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